Wenn es auf dem Schiff brennt – 110 Rettungskräfte üben Großeinsatz

Blaulicht
// 9. Mai 2015

Wenn es auf dem Schiff brennt  – 110 Rettungskräfte üben Großeinsatz

Das Szenario steht im Drehbuch einer Großübung der Feuerwehr Hagen, die sie am Samstagmittag mit weiteren Hilfsorganisationen im Hengsteysee durchführte.

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MS „Freiherr vom Stein” © Alex Talash

Es sollte normalerweise ein schöner Ausflug mit dem Passagierschiff MS „Freiherr vom Stein” auf dem Hengsteysee werden. Doch gegen 11:45 Uhr endet die gemütliche Schifffahrt auf Grund eines Zwischenfalls. Durch die Funken des Grillfeuer steht plötzlich das Maschinenraum in Brand. Für noch mehr Realismus sorgten mehrere Nebelmaschinen, die auf dem Schiff den Brand simulierten. Die 23 Ausflügler brechen in Panik aus. Die Antriebsmaschine fällt aus, das Schiff dreht sich im Hengsteysee. Drei Personen sprangen aus Angst sofort ins Wasser. Im Sekundentakt gehen bei der Feuerwehrleitstelle Notrufe ein. Keine Minute später ertönen im Stadtgebiet die Sirenen der Freiwilligen Feuerwehren. Nach einigen Minuten treffen die ersten Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr an der Unglücksstelle ein. IMG_1515Aufgeregte Passanten, die zufällig Zeugen des Vorfalls geworden sind, stürzen sich auf die Feuerwehrleute und schilderten, was sie gesehen haben. Einsatzleiter Norbert Six erhöht das Einsatzstichwort für die Einsatzkräfte und fordert weitere Verstärkung über die Feuerwehr-Leitstelle an. Mit einem Megafon versucht der Einsatzleiter Kontakt zu den Passagieren auf zu nehmen und die Menschen an Board zu beruhigen.

Im Minutentakt füllt sich der Freibad Parkplatz mit Einsatzfahrzeugen – die Hilfeorganisationen bauen aufblasbare Zelte für die Verletzen auf. Parallel lassen die Retter von Feuerwehr, THW und DLRG zahlreiche Motor- und Schlauchboote zu Wasser. Erste Trupps dringen zum Passagierschiff vor. Zuerst steht die Rettung der Menschen im Vordergrund. Während die ins Wasser gesprungenen Personen von den ersten Booten gerettet werden, gehen andere Einsatzkräfte an Bord und machen sich selbst ein Bild von der Lage. Damit alles möglichst realistisch wirkt, sind die Unfallopfer geschminkt und schreien um Hilfe. Nach und nach treffen weitere Retter am Schiff ein.

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© AXT/MK/CK

Das Feuer im Maschinenraum wird mit Kleinlöschgeräten schnell gelöscht. Mit den Booten werden die verletzen Passagiere an Land gebracht und von Einsatzkräften entgegen genommen. Die Strömungsretter suchen mittlerweile nach einer vermissten Person im Wasser. Auch ein Hund kommt zum Einsatz. Alles geht gut, nach 45 Minuten ist die MS „Freiherr vom Stein” geräumt. In den Zelten werden die verletzten Personen nach der schwere der Verletzungen sortiert und fachgerecht behandelt. Nach der Erstversorgung werden sie anschließend in nahegelegene Krankenhäuser gebracht.

IMG_1630Die Übung fand unter dem kritischen Blick von zahlreichen Beobachtern statt, denen keine Kleinigkeit entging. Solche Übungen sind absolut notwendig so Feuerwehrsprecher Marcel Göbel: „Alarmierungswege, Kommunikationsstrukturen und Einsatzkonzepte werden in der Praxis erprobt, mögliche Schwachstellen können entdeckt und ausgemerzt werden“. Die Übung diente auch der Verbesserung der Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen. Nach rund zwei Stunden war die Großübung beendet. Rund 110 Einsatzkräfte verschiedener Organisationen waren an der Übung eingebunden. Die Auswertung der Ergebnisse dauert an.

 

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Luftbilder © AXT/MK/CK 

Fotostrecke © Alex Talash 

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